STELLUNGNAHME

Haus & Grund kritisiert Stadtentwicklungsplan Wohnflächen: Neue Eigenheime dürfen nicht nur im Umland entstehen!

Leipzig, 11. Mai 2022. Mit dem neuen Stadtentwicklungsplan (STEP) Wohnflächen will Leipzig auf den wachsenden Flächenbedarf angesichts steigender Bevölkerungszahlen reagieren. Favorisiert wird dazu die gezielte Mehrfachnutzung von Gebäuden und Freiräumen in der inneren Stadt. Einer Analyse der Stadt zufolge steht einem Flächenpotenzial für den Geschosswohnungsbau von insgesamt 41.500 Wohneinheiten bis 2030 eine Nachfrage von 13.900 Wohneinheiten im selben Zeitraum gegenüber. Weitere 25.300 Wohnungen werden bis 2040 gebraucht. Damit könne der Bedarf für den Geschosswohnungsbau bis ins Jahr 2040 auf vorhandenen Bauflächen gedeckt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Für den Einfamilienhausbau zeigt die Analyse hingegen einen zusätzlichen Bedarf von rund 1.500 Wohneinheiten gegenüber dem vorhandenen Flächenangebot. Hier sieht der STEP Wohnflächen vor, innerhalb der Stadt neue Eigenheime nur noch als kompakte Ein- und Mehrfamilienhäuser in Abrundung bestehender Siedlungen auszuweisen. Ergänzend dazu wird empfohlen, die Abstimmung mit den Umlandkommunen für ein gemeinsames Konzept der flächen- und verkehrssparenden Siedlungsentwicklung fortzusetzen.

Stadtentwicklungsplan Wohnflächen drängt junge Familien ins Leipziger Umland

Diese Strategie kritisiert René Hobusch, Präsident von Haus & Grund Sachsen: „Statt bauwillige junge Familien ins Umland zu verdrängen, sollte die Stadt Leipzig deren Träume von Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden ernst nehmen“, so der oberste Vertreter des Landesverbandes Sächsischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer. Wer mit offenen Augen durch die Stadt gehe, finde noch zahlreiche Flächen, die entsiegelt, entwickelt und mit einer gesunden Mischung aus Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden könnten, so René Hobusch weiter. „Dies liefert eine bessere Umweltbilanz als Neubausiedlungen auf dem Land, die historische Ortskerne weiter schwächen und zusätzlichen Pendlerverkehr verursachen.“

Für Geschosswohnungsflächen fordert der Verband schon seit längerem kleinteilige Parzellierungen, so dass auch für private Vermieter der Erwerb von Flächen und der Neubau wieder möglich würden. Dies sichere Nachhaltigkeit und Diversität bei den Eigentümerstrukturen und garantiere darüber hinaus eine gesunde soziale Mischung in den Quartieren.

Der Stadtentwicklungsplan (STEP) Wohnbauflächen wurde von Oberbürgermeister Burkhard Jung auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg auf den Weg gebracht. Die abschließende Entscheidung trifft der Stadtrat.

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